2023-08-19_KSTA_Verkäufer der Ladenlokale machen Kasse

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  • Zuletzt aktualisiert 19/08/2023

2023-08-19_KSTA_Verkäufer der Ladenlokale machen Kasse

2023-08-19_KSTA_Verkäufer der Ladenlokale machen Kasse

2023-08-19_KSTA_KT_Nichts ist heiliger als das Eigentum – fast nichts

Stadtverwaltung ist bereit, hohe Preise für Immobilien in der City C zu zahlen, um dort neu zu bauen
 

Leverkusen - Viele der heutigen privaten Eigentümer in der City C machen sich beim Verkauf ihrer Ladenlokale an die Stadt auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen voll. Darunter auch eingesessene Leverkusener Unternehmerfamilien. Das wird anhand eines nicht-öffentlichen Papiers klar, mit dem die Stadtverwaltung bei der Politik um Zustimmung zu teils stark überhöhten Kaufpreisen wirbt. Insgesamt will man für knapp sechs Millionen Euro einkaufen. Das Papier liegt dem „Leverkusener Anzeiger“ vor. Darin werden die Immobilienwerte einer Architektin und geprüften Sachverständigen den jetzt ausgehandelten Kaufpreisen gegenübergestellt.

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Die Immobilien, die Stadtverwaltung jetzt kaufen will, gehören zu den größeren Objekten der ab 1969 gebauten City C: Zum Beispiel die unterirdische Spielhalle „Uncle Sam“, eine ehemalige Bowling- und Kegelbahn, zu der auch die „Brückenschänke“ oben gehört. Man sieht von außen gar nicht, dass die Immobilie mit dem Ur-Amerikanischen Zylinderträger im Gaststättenschild insgesamt über 1900 Quadratmeter groß ist.

Sie gehört zwei Kölnern, die auch ein Hotel besitzen. Einer führt laut öffentlichem Handelsregister seit 1981 einen Münzautomatenbetrieb. Diese Gemeinschaft hat anscheinend besonders gut verhandelt. Statt dem unabhängig ermittelten Immobilienwert von knapp 800 000 Euro liegt der vereinbarte Kaufpreis bei mehr als dem Vierfachen.

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Bis auf die drei Türme soll die City C abgebrochen werden. In Neubauten sollen hauptsächlich Wohnungen entstehen – nach der heutigen Planung.

Kommentar

 
KOMMENTAR
Nichts ist heiliger als das Eigentum – fast nichts

Heilig ist uns das Eigentum. Nur deshalb ist es möglich, dass Besitzer von schrottigen Immobilien in der City C die Stadt bei den Verhandlungen fast beliebig ausnehmen können. Dagegen gibt es anscheinend wirklich keinen Hebel, selbst die abgekochteste Immobilienspekulation zulasten der Allgemeinheit ist eine ganz normale Wirtschaftshandlung.

Dass man diese Probleme beim Bau der City C nicht gesehen hat, ist ein Versäumnis, das heute einen mehr als dreistelligen Millionenbetrag kostet, das ist ganz schön viel Lehrgeld.

Man regt sich schnell auf. Aber – Hand aufs Herz, wie würden wir handeln, wenn wir eine bessere Besenkammer in der City C besitzen würden? Eine schwierige Frage, oder? Das Dilemma könnte vielleicht ein Gesetz lösen, das noch geschrieben werden müsste. Dazu könnte Leverkusen einiges beitragen.

Nichts ist heiliger als das Eigentum? Nein, das stimmt nicht: Das Auto und die Autobahnen stehen noch darüber: Zugunsten der autofahrenden Allgemeinheit sind Enteignungen ohne Weiteres möglich, das wird man in Leverkusen bald erleben.