2023-07-29_KSTA_Wo es in Leverkusen besonders laut ist
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- Erstellungsdatum 29/07/2023
- Zuletzt aktualisiert 29/07/2023
2023-07-29_KSTA_Wo es in Leverkusen besonders laut ist
2023-07-29_KSTA_Wo es in Leverkusen besonders laut ist__PAGE-9789244Es gibt neue Lärmkarten für Leverkusen – 118 300 Menschen sind von zu lauten Geräuschen betroffen.
Leverkusen - Lärm hat in der Autobahn-Stadt Leverkusen viel mit Autos zu tun. Auf einer neuen Lärmkarte vom Land NRW lassen sich für jedes Grundstück unter anderem in Leverkusen ziemlich genau die Werte für Tag- und Nachtlärm begutachten.
Beim Blick über die gesamte Stadt ist klar: Die Autobahn ist Lärmquelle Nummer eins. Mit weitem Abstand. Davon können vor allem die Anwohner ein Lied singen. Dauerhafter Lärm macht krank, deshalb kümmern sich die Behörden darum, die Daten zur Lärmbelastung einzelner Grundstücke zu ermitteln.
Die Ergebnisse fallen so aus, dass an manchen Stellen der Stadt etwas getan werden sollte. 200 Personen leben demnach in Zonen, die tagsüber dauerhaft mehr als 75 Dezibel (dB) aushalten müssen. Alle diese Spitzen-Belasteten werden durch Autolärm beschallt, der Eichenweg im Eisholz, der sich quasi an die A 3 und ans Autobahnkreuz anschmiegt, gehört zu den dauerhaft ganz lauten Orten der Stadt.
Auch Küppersteg hat am Zeisigweg und an der Heinrich-Claes-Straße entlang der A 3 sehr laute Zonen. Die Straße Hütte in Lützenkirchen liegt eigentlich sehr nah am Bürgerbusch, aber auch dort ist der Schalldruck von der Autobahn sehr hoch. Auch die Fixheider Straße hat Autobahnwerte, allerdings wohnt fast niemand an der Straße. 75 Dezibel entspricht etwa Kantinenlautstärke oder eine Waschmaschine beim Schleudern. Nächtlichen Lärm über 70 Dezibel (vergleichbar mit einem dauerhaft laufenden Föhn oder Staubsauger) müssen nach den neuen Lärm-Berechnungen 100 Menschen aushalten.
Dank des Tempolimits auf dem Europaring sind viele der Häuser in die zweite Lärm-Liga abgestiegen, aber laut ist es dort immer noch: zwischen 70 und 74 Dezibel. Insgesamt leben 4100 Leverkusener in Gebieten mit dieser Lärmbelastung. Für diese Lautstärke muss man nicht an der Autobahn wohnen, eigentlich alle Straßen, wie Holzhausen oder die Wupperstraße, bringen es auf diesen Wert. Auf den unteren Rängen der Lärmskala schnellen die Zahlen der belasteten Menschen hoch. Ein leiser Geräuschteppich zwischen 55 und 64 Dezibel liegt über weiten Teilen der Stadt.
Aber auch diese Dauergeräusche gelten als Belastung. Insgesamt sind laut den offiziellen Berechnungen 70 Prozent (118 300) aller Leverkusener von Verkehrslärm betroffen.
Auch wenn viele von Güterzügen genervt sind: Die Zahlen der vom Eisenbahnlärm Betroffenen kommen lange nicht an die durch Autos belasteten Menschen heran.
Die Daten für die jetzt veröffentlichte 2022er-Berechnung des Landesumweltministeriums stammen von „Straßen.NRW“, der „GeoBasis.NRW“ sowie von den Bezirksregierungen und Kommunen. Verkehrsmengen und -zusammensetzungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, die Straßenoberfläche, die Geländestruktur, Lärmschutzwände und Gebäude als Schallhindernisse werden eingerechnet. Niemand misst nach, ob die Werte tatsächlich stimmen.
Dass die Berechnungen Grenzen haben, zeigte sich anlässlich eines Verwaltungsgerichtsverfahrens, bei dem Leverkusener A-1-Anlieger besseren Lärmschutz von der Autobahn GmbH erstreiten wollten. Von denen wurde zum Beispiel damit argumentiert, man habe lärmmindernden Asphalt als Oberfläche auf der Autobahn aufgebracht. Wie lange der lärmmindernde Effekt anhält, kann je nach Asphaltsorte variieren und sich mit der Zeit stark abschwächen.
Fest steht: Je schneller die Autos, umso lauter ist es an der Straße.
Hier wäre das einzige Mittel für mehr Ruhe in Wohnstraßen eine Temporeduzierung, aber derartige Vorschläge rufen regelmäßig laute Tempo-30-Gegner auf den Plan.
Denn über Tempo 30 überwiegen in der Regel Geräusche, die zwischen Reifen und Asphalt entstehen, nicht die Motorgeräusche.

